Die Großstadt
Koblenz
Die Großstadt
Seit dem 30. August 1946 gehört die Stadt zum Land Rheinland-Pfalz, bis 1950 war sie Sitz der Landesregierung. Im letzten Weltkrieg blieben von den 23700 Wohnungen nur 1500 unbeschädigt. Profane und kirchliche Baudenkmäler gingen verloren. Die Spuren sind noch nicht alle beseitigt, aber der Wiederaufbau ist auch für diese Stadt beglückend, ein Zeichen ihres Lebenswillens, den sie durch Jahrhunderte bewiesen hat, wie ihre L Geschichte zeigt.
Am 27. 6. 1962 wurde Koblenz Großstadt. Das Bild der wiederaufgebauten Stadt spiegelt die enge Verknüpfung ihrer langen geschichtlichen Vergangenheit mit den Erfordernissen und Ansprüchen der Gegenwart und Zukunft. Handel und Wirtschaft, großzügige Verkehrsbauten und Brücken sichern die Bedeutung der Stadt als Wirtschafts- und Verkehrsmittelpunkt. Die bereits nach dem Ersten Weltkrieg erfolgte Planung eines Hafens in Wallersheim und die Schaffung und Erschließung eines ausgedehnten Industriegeländes sind Wirklichkeit geworden.
Ganze Stadtteile (Horchheimer Höhe, Flugplatz Karthause) sind bereits erstellt oder im Bau. Die Chancen, auf die die Stadt fast ein Jahrhundert lang gewartet hat, scheinen genutzt. Nicht minder erfolgreich waren die kulturellen Bemühungen. Koblenz ist Schulstadt. Mit der Vielzahl seiner Lehranstalten, mit seinen Archiven, Museen und seiner langen Theater- und Musiktradition ist es auch zu einem kulturellen Mittelpunkt geworden.
Die einmalig schöne Lage an den alten Völkerstraßen, an zwei großen Flüssen im Herzen des alten, kulturreichen Kontinents und ihre wechselvolle geschichtliche Vergangenheit haben das Gesicht der Stadt geprägt.
Über 2000 Jahre Koblenz - kein Wunder, daß Koblenz einiges zu bieten hat:
Am weltbekannten Deutschen Eck, wo Rhein und Mosel zusammentreffen, wurde durch engagierte private Initiativen und Spenden das Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. wiedererrichtet, das am Ende des 2. Weltkrieges buchstäblich abgeschossen wurde.
Das Deutsche Eck ist auch heute täglich Ausgangspunkt und Treffpunkt für viele Koblenz-Besucher.
Das Deutsche Eck ist auch heute täglich Ausgangspunkt und Treffpunkt für viele Koblenz-Besucher.
Direkt am Rhein liegt das Kurfüstliche Schloß Koblenz.
Die Kastorkirche, wurde 836 unter Ludwig dem Frommen konsekriert und ist die älteste Koblenzer Kirche. Das Querhaus und Apsis wurde Mitte des 12. Jh. erbaut. Über dem Eingangsportal wacht der Namenspatron der Kirche, der heilige Kastor.
Besonders beeindruckend ist die Doppelturmfassade an der Westseite, mit ihren sechsstöckigen Türmen und halbrunden Treppentürmen.
Besonders beeindruckend ist die Doppelturmfassade an der Westseite, mit ihren sechsstöckigen Türmen und halbrunden Treppentürmen.
Hervorzuheben ist die reichhaltige Innenausstattung, das Bronzekreuz von 1685, die farbige barocke Steinkanzel aus dem Jahre 1625, die Grabdenkmäler für Erzbischof Kuno von Falkenstein, Erzbischof Werner von Königstein sowie Friedrich von Sachsenhausen und Sophie Schenk von Liebenstein.
Gegenüber des Südportals befindet sich der 1830 erbaute Pfarrhof St. Kastor. Durch den Garten kommt man zum im Jahre 1216 erbauten Deutschherrenhaus, in dem sich heute das ´Museum Ludwig´ befindet.
Das rot verputzte 'Schöffenhaus' wurde 1530 im gotischen Stil erbaut. Hier sind die Erker erwähnenswert und der Balkon, der von der Moselseite aus zu bewundern ist.
In dem weiß verputzten, mit roten Haussteinen und Ecktürmen versehenen 'Alten Kaufhaus' von 1419 befindet sich das Mittelrhein-Museum mit einer umfangreichen Sammlung rheinischer Madonnen, Rheinbildern und Sammlungen zur Stadtgeschichte. In diesem Gebäude war im 17. Jh. das Rathaus der Stadt untergebracht.
Unter der Uhr befindet sich der 'Augenroller', ein Abbild des Ritters Lutter von Kobern. Er rollt im Takt der Skunden die Augen und streckt zur vollen und halben Stunde die Zunge heraus.
Ein kleiner Durchgang führt zum Florinsmarkt, wo die Westfassade der Florinskirche und rechts davon die Frontseiten des Schöffen- und des Tanzhauses zu sehen sind.
Die ehemalige Stiftskirche St. Florin bestand bereits im 11. Jh. und wurde im 12. Jh. um einen dreischiffigen romanischen Neubau auf den Fundamenten der römisch-fränkischen Stadtmauer erweitert. Sehenswert sind hier die gotischen Glasfenster und Fresken von Januarius Zink.
Die ehemalige Stiftskirche St. Florin bestand bereits im 11. Jh. und wurde im 12. Jh. um einen dreischiffigen romanischen Neubau auf den Fundamenten der römisch-fränkischen Stadtmauer erweitert. Sehenswert sind hier die gotischen Glasfenster und Fresken von Januarius Zink.
Mit dem Bau der ´Alten Burg´, einem quadratischen Gebäude mit zwei Ecktürmen an der Mosel, wurde im Jahre 1276 begonnen. Sie wurde als Zwingburg gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen der Koblenzer unter Heinrich von Vinstingen erbaut. Die Burg wurde in den Stadtmauerring integriert.
Im zweiten Stock des Ostturmes befindet sich eine Kapelle mit gotischen Fenstern. Heute beherbergt dieses Gebäude das Stadtarchiv und den Lesesaal der Stadtbibliothek.
Neben der Burg führt eine Treppe zum Moselufer. Hier erkennt man gut die Verbindung zwischen der Stadtmauer und der Burg.
Erzbischof Balduin begann 1332 mit dem Bau der Balduinbrücke, die 1368 vollendet wurde. Sie ist die drittälteste Steinbrücke Deutschlands.
Einer der vielen Plätze und Treffpunkte Koblenz ist der 'Münzplatz', auf dem seinerzeit die Römer ihr Kastell errichtet hatten. Später stand hier die Münze. Fast in der Mitte des Platzes steht das frühere Haus des Münzmeisters, das 1763 nach Johannes Seiz als Kurfürstliche Münze gebaut wurde.
Aber auch das Haus Metternich beherbergte berühmte Familien. Im 13. Jh. war es der Hof der von Bachem, im 15. Jh. der von Eltz und 1699 Lehen der Grafen Metternich. Hier wurde 1773 der österreichische Kanzler Fürst Clemens von Metternich geboren. Der Bogen über dem Eingang zeigt das Familienwappen und die fünfzackige Grafenkrone.
Sehenswert sind auch das Kreuz über dem Altar, der jüdische Grabstein aus dem 12. Jh., das Grabmal für den Gesandten Johannes Kramprich von Kronefeld aus dem 17. Jh.
Die Michaelskapelle an der Südseite ist das ehemalige Beinhaus der Gemeinde.
Diese 4 Eckhäuser mit den Namen 'Hauptwache' (1689), 'Zum Grünen Baum' (1692) und 'Haus Petrus' (1691). Das vierte Haus stammt aus dem Jahre 1608. Alle vier Häuser haben prachtvolle, stuckverzierte Erker.
Das Drouvensche Haus stammt aus dem Jahre 1779.
Der Königshof aus dem Jahre 1719 wurde als Stadtkommandantenhaus erbaut und war von 1805 bis 1895 das Rathaus der Stadt.
Der im Jahre 1520 erbaute fünfstöckige gotische Wohnturm des Münzmeisters Conrad von Lengefeld ist das älteste erhaltene Bürgerhaus der Stadt. Sein Giebeldach ist von hohen Zinnen umgeben. Heute befindet sich hier eine Gaststätte, in der man gemütlich unter gotischem Sterngewölbe speisen kann.
Im Herzen der Altstadt steht die Liebfrauenkirche aus dem 12. Jh. Sie wurde um 1410 um einen hochgotischen Chor erweitert. Über dem Eingangsportal befindet sich eine Madonna aus dem Jahre 1702. In der Vorhalle erinnern drei Grabmäler an die Familie von dem Burgtorn aus dem 16. Jh.
In der völlig restaurierten Altstadt sind herrliche Fachwerkhäuser mit ihren wunderschönen Erkern und geschmückten Balken zu besichtigen. Besonders sehenswert sind hier die 'Vier Türme' an der Kreuzung Löhrstraße/Marktstraße und Altengraben.
Am 'Plan' laden viele Gaststätten, Kneipen und Cafés zum Einkehren ein.
Auf der anderen Seite des 'Plan' führt der 'Entenpfuhl' zum Jesuitenplatz, mit der Jesuitenkirche und ehemaligem Jesuitenkolleg von 1694, dem heutigen Rathaus der Stadt. Inschriften erinnern noch an das ehemalige Gymnasium der Jesuiten. Die Jesuitenkirche wurde bis auf ein wunderschönes Renaissanceportal im 2. Weltkrieg völlig zerstört.
Durch die kleinen Torbogen unterhalb des Rathauses kommt man zu einem Hof zwischen den Flügeln des Gebäudes. Hier ist etwas Vorsicht angebracht, denn hinter dem Torbogen - in der rechten Ecke - ´lauert´ der 'Koblenzer Schängel'. Die Bronzefigur des Lausejungen spuckt in unregelmäßigen Abständen mit Wasser.
Die von der Ausdehnung größte katholische Kirche, die 1903 nach Plänen des Mainzer Dombaumeisters Ludwig Becker errichtete Herz-Jesu-Kirche, wurde im 2. Weltkrieg teilweise zerstört, mittlerweile aber mehrfach renoviert.
Sehenswert ist auch das 1787 im klassizistischen Stil erbaute Stadttheater am Deinhardsplatz, die Kaiserin Augusta Anlagen am Rhein mit ihrem Luisen- oder Salve Tempel, die Rheinanlagen und das Görres Denkmal dort hinter dem Schloß erinnert an den in Koblenz geborenen Schriftsteller.