Die kurfürstliche Zeit
Koblenz
Die kurfürstliche Zeit
Im Jahre 1018 kam der Königshof mit Grundbesitz, Zoll- und Münzrecht als Schenkung durch Kaiser Heinrich II. an das Erzstift Trier. Damit begann die fast 800jährige Zugehörigkeit der Stadt Koblenz zum Bistum Trier.
Markt und Zollwesen müssen durch die günstige Verkehrslage der Stadt damals schon beträchtlich gewesen sein. Bereits um 1100 lassen sich Handelsbeziehungen zu den Niederlanden und zum Oberrhein nachweisen. 1309 bestätigte Kaiser Heinrich VII. erneut den Markt von Koblenz. Das Koblenzer Stapelrecht ist seit 1480 belegt für Getreide, Vieh und Fische. Marktschiffe fuhren bis Oberwesel und Remagen, moselaufwärts bis Zell. Hier war die Haupthandelsware der Wein.
Neben der Kaufmannszunft prägte der Handwerkerstand das städtische Wesen. Auch er war in Zünften und Bruderschaften zusammengeschlossen. Die „Auszugsordnung eines Koblenzer Aufgebots" aus dem Jahre 1402 nennt über ein Dutzend Zünfte aus Handwerk und Gewerbe.
1500 wurde sogar eine St.-Annen-Bruderschaft der geistigen Arbeiter gegründet. Bis in die Neuzeit blieben auch Landwirtschaft und Weinbau selbst im Stadtgebiet ein wichtiger Erwerbszweig. Wir kennen eine Zählung aus dem Jahre 1719, die folgende Angaben erbrachte (ohne Neuendorf): 1626 Morgen Ackerland, 46 Morgen W 193 536 Weinstöcke.
Ein Teil der Bürgerschaft der Stadt stand in Diensten reichen Adelshöfe, die im wesentlichen heute noch bai ten oder wiederhergestellt sind:
- Der Bürresheimer Ho herren zu Breidbach-Bürresheim (am Florinsmarkt),
- der nachher Hof (an der Kornpfortstraße, als Dreikönigen bekannt),
- der Metternicher Hof (am Münzplatz),
- der Von-sche Hof (am Kastorplatz mit einem Teil des Südbaue alten Kapelle im Baukomplex der Landesstraßenverws den zerstörten Bassenheimer Hof erinnert noch das Tor, das seinen neuen Platz als Eingang zum Pfarrhaus am Florinsmarkt fand.
Ein anderer Teil der Bürgerschaft stand in Diensten Niederlassungen, der Klöster und Klosterhöfe der Ab merode, Marienstatt, Maria Laach, Siegburg, St. Ma St. Maximin in Trier.
Von den zahlreichen Klosterb Stadt, die in den langen Jahrhunderten der Zugehöri Erzstift Trier errichtet wurden, ist nur noch ein kl erhalten. Ein Rest ihrer Kirchenbauten wurde im let;zerstört.
So die frühgotische Kirche (aus dem Jahre Dominikanerklosters in der Weissergasse, der Kirche Franziskanerklosters in der Kastorstraße und die l kirche des alten Klosters an der Rheinstraße.
Von erfolgten Niederlassung der Deutschordenskommende ausgedehnten Bauten auf der Landzunge am Zusammfluss Rhein und Mosel, die ihr damals schon den Namen „ Eck" einbrachten, ist nur der sog. Rheinbau (ehem. Wo Hauskomturs) erhalten.
Das alte Zisterzienserinnenklos „Alten Lehr" (am heutigen Jesuitenplatz) wurde 158C Jesuiten übernommen, die dort eine bedeutende Sei-deten, welche in der Nachfolge als Kurfürstliches G' als Secondär-Schule, als preußisches Gymnasium (Kaiserjn-Augusta-Gymnasium) und schließlich als Görres-Gymnasium. unsere Tage fortbesteht.
Das geistliche Regiment zog im Laufe der Jahre eine Vielzahl von Verwaltungsbeamten, Juristen, Hofhörigen sterialen in die Stadt. Es brachte aber auch eine Reil ten der Kirchenmänner und Gelehrter: den Dominikaner von Kalteisen, Erzbischof von Trontheim (+ 1465), He Rübenach, Weihbischof von Köln (+ 1493), die dem Jahre 1719, die folgende Angaben erbrachte (ohne Lützel und Neuendorf): 1626 Morgen Ackerland, 46 Morgen Wiesen und 193 536 Weinstöcke.
Ein Teil der Bürgerschaft der Stadt stand in Diensten der zahlreichen Adelshöfe, die im wesentlichen heute noch baulich erhalten oder wiederhergestellt sind:
- Der Bürresheimer Hof der Freiherren zu Breidbach-Bürresheim (am Florinsmarkt),
- der Eltz-Rübenacher Hof (an der Kornpfortstraße, als Dreikönigen-Haus bekannt),
- der Metternicher Hof (am Münzplatz), der Von-der-Leyen-sche Hof (am Kastorplatz mit einem Teil des Südbaues und der alten Kapelle im Baukomplex der Landesstraßenverwaltung).
- An den zerstörten Bassenheimer Hof erinnert noch das erhaltene Tor, das seinen neuen Platz als Eingang zum Pfarrhaus Liebfrauen am Florinsmarkt fand.
Ein anderer Teil der Bürgerschaft stand in Diensten kirchlicher Niederlassungen, der Klöster und Klosterhöfe der Abteien
- Himmerode,
- Marienstatt,
- Maria Laach,
- Siegburg,
- St. Matthias und St. Maximin in Trier.
Von den zahlreichen Klosterbauten der Stadt, die in den langen Jahrhunderten der Zugehörigkeit zum Erzstift Trier errichtet wurden, ist nur noch ein kleiner Teil erhalten.
Ein Rest ihrer Kirchenbauten wurde im letzten Krieg zerstört. So die frühgotische Kirche (aus dem Jahre 1233) des Dominikanerklosters in der Weissergasse, der Kirchenbau des Franziskanerklosters in der Kastorstraße und die Karmeliterkirche des alten Klosters an der Rheinstraße.
Von der 1216 erfolgten Niederlassung der Deutschordenskommende mit den ausgedehnten Bauten auf der Landzunge am Zusammenfluss von Rhein und Mosel, die ihr damals schon den Namen „Deutsches Eck" einbrachten, ist nur der sog. Rheinbau (ehem. Wohnung des Hauskomturs) erhalten.
Das alte Zisterzienserinnenkloster in der „Alten Lehr" (am heutigen Jesuitenplatz) wurde 1580 von den Jesuiten übernommen, die dort eine bedeutende Schule gründeten, welche in der Nachfolge als Kurfürstliches Gymnasium, als Secondär-Schule, als preußisches Gymnasium (Kaiserin-Augusta-Gymnasium) und schließlich als Görres-Gymnasium bis auf unsere Tage fortbesteht.
Das geistliche Regiment zog im Laufe der Jahre auch eine Vielzahl von Verwaltungsbeamten, Juristen, Hofhörigen und Ministerialen in die Stadt. Es brachte aber auch eine Reihe bedeutender Kirchenmänner und Gelehrter:
- den Dominikaner Heinrich von Kalteisen, Erzbischof von Trontheim (f 1465),
- Heinrich von Rübenach, Weihbischof von Köln (f 1493),
- die beiden Humanisten Winand von Steeg (1439 - 48 Dechant an St. Kastor)
und Bartholomäus Latomus, der 1544 an den kurtrierischen Hof kam,
- und nicht zuletzt im Jahre 1430 Nicolaus von Cues,
der einige Jahre Dechant von St. Florin war.
Eine besondere Stadtrechtsverleihung ist für Koblenz nicht bekannt. Die Verwaltung lag zunächst bei den Schöffen und später auch bei dem Stadtadel.
Im Vergleich zu anderen Städten erfolgte der Zusammenschluss der Bürgerschaft erst verhältnismäßig spät, anfangs unter mehrfachen Spannungen zwischen Stadt und Landesherren. Davon zeugen der Bau der kurfürstlichen Burg (1277 -zur Sicherung erzbischöflicher Rechte) und die vielfachen Streitigkeiten um den Ausbau der Ratsverfassung.
Die Entwicklung der Stadt zu einem festen Zusammenschluss der Bürgerschaft war aber sicherlich um die Mitte des 14. Jahrhunderts abgeschlossen. Ein Privileg aus dem Jahre 1332 bestätigte bestehendes Recht. Als Vorbild galt das Kölner Stadtrecht.
Als Rathaus diente ab Mitte des 14. Jahrhunderts über 300 Jahre lang das Haus Monreal (östlich der Liebfrauenkirche), von 1674 bis 1794 das Alte Kaufhaus am Florinsmarkt nach den Umbauten der oberen Stockwerke.
Von 1805 bis 1895 war der Sitz der Verwaltung am Plan im Gebäude der alten Stadtkommandantur (heutige Feuerwache). 1891 erwarb die Stadt einen Teil des Jesuitenkollegs, in dem sie seit 1895 mit Rat und Verwaltung untergebracht ist.
Der mittelalterliche Stadtmauerbau - um 1250 begonnen und Anfang des 14. Jahrhunderts beendet - war nicht nur Symbol der Wehrhaftigkeit, sondern auch Sinnbild für den Rechtsstatus der Stadt. Das bekunden die ältesten Stadtsiegel des 13. und 14. Jahrhunderts.
Koblenz war oft Mittelpunkt bedeutenden politischen Geschehens. Im Jahre 1105 begegneten sich hier Kaiser Heinrich IV. und sein Sohn Heinrich V., 1138 fand die Königswahl des Staufers Konrad III. statt, 1151 dessen prunkvolle Pfingstfeier und 1188 der Fürstentag König Heinrichs VI.
Im Jahre 1338 erlebten die Koblenzer den glanzvollen Hoftag des Kaisers Ludwig der Bayer; nicht nur wichtige Reichsgesetze wurden damals verkündet, sondern auch mit dem anwesenden König Eduard III. von England wurde ein Bündnis gegen König Philipp VI. von Frankreich geschlossen. Der mächtige Kurfürst Balduin von Trier war zu jener Zeit Landesherr.
Die Stadt teilte aber auch die Geschicke des Landes und des Reiches in kriegerischen Auseinandersetzungen. Im Jahre 1198 wurden bei den Kämpfen zwischen Otto IV. und Schwaben große Teile der Stadt zerstört. Härteste stand Koblenz während des 30jährigen Krieges. In zwischen 1632 und 1637 wechselten Stadt und Festung Ehrenbreitstein mehrfach den Besitzer.
Französische, schwedische und kaiserliche Truppen hielten Koblenz besetzt. Den gröl erlitt die Stadt bei einer mehrtägigen Beschießung ir Krieg im Jahre 1688. Von 300 Häusern brannten 230 nieder.
Oft war der Ehrenbreitstein Zuflucht und letzte Bast Königshof Koblenz fiel auch er an das Erzstift Trier. Burganlagen gehen auf das Jahr 1000 zurück. 1152 - 1169 erstmalig ausgebaut.
Diesem Ausbau fo Erweiterungsbauten. Selbst Balthasar Neumann fu als Fortifikationsbaumeister des Kurfürsten. Mit di Philippsburg (1626-1629) am Fuße des Ehrenbreitsteiner späteren kurfürstlichen Verwaltungsbauten (Dikasteistall) begann für das Niedererzstift und die Stadt Glanzzeit ihrer Zugehörigkeit zu Trier.
Ihren Höhepunkt die Bautätigkeit unter den letzten Kurfürsten: Franz von Schönborn (1729 - 1756), Johann Philipp von Walde 1768) und nicht zuletzt unter Clemens Wenzeslaus ( mit seinem Schlossbau in Koblenz.
Der kleine Ort Ehrenbreitstein (damals Philippsthal oder Thal genannt) war es, von dem fast ein Jahrhundert Iang sich die Kunsteinflüsse über die Lande an Rhein und Mosel Ehrenbreitstein beherbergte während dieser Glanzzeit großer Baumeister: Joh. Chr. Sebastian! (f 1704) Ravensteyn (+ 1729) und schließlich Johannes Seiz Verein mit seinem großen Lehrer Balthasar Neumann Januarius Zick (f 1797) wirkte hier und mit ihm Künstlerkolonie von Malern, Stukkateuren und Kunsthandwerkern.
Und hier im Thal wohnte der Kanzler La Roche seine Gattin Sophie wurde sein Haus ein Jahrzehl geistigen Mittelpunkt am Rhein. Im Thal stand auch sein Geburtshaus der Maria Magdalena Keverich, der Mutter Beethovens.