Liemes
Arenberg
Limes
Nach den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Römern und Germanen an Rhein und Donau begann unter Kaiser Augustus der römische Versuch, die Reichsgrenze bis an die Elbe vorzuschieben.
Immer wieder hatten germanische Stämme bei ihrer Landsuche auch den Rhein und die Donau überschritten.
Dabei war es immer zu schweren Kämpfen gekommen. Nach etwa dreißig Jahren gaben die römischen Kaiser ihre Versuche auf, die Gemanen zu unterwerfen.
Stattdessen befestigten sie ihre alte Grenze an Rhein und Donau. Ein Grenzwall, der Limes, verband die beiden Flüsse. Über tausend Wachtürme standen an ihm, dahinter lagen über 100 große römische Soldatenlager ( Kastelle).
Eines davon war Koblenz am Zusammenfluß von Rhein und Mosel ( "apud Confluentes", d.h. bei den Zusammenfließenden; gemeint sind Rhein und Mosel).
Der Limes war 548 km lang, s. Karte mit dem Verlauf des Limes.
Der Limes lief über den oberen Westerwald, den Taunus bis zur Donau. In den folgenden zwei Jahrhunderten wurde er mit Kastellen und Wachtürmen ausgebaut. Mit dem Limes wollte man eine fruchtbare Wirtschaft sichern.
Die Funktion der militärischen Anlagen, die zunächst den Rhein und Moselübergang sichern sollten, wurde durch stetigen Ausbau des Limes überflüssig.
Der Ausbau der Grenze dauerte Jahrhunderte und mußte von den römischen Soldaten, aber auch von den unterworfenen Stämmen der Grenzgebiete geleistet werden.
In Koblenz errichteten die Römer ein Erdkastell auf dem heutigen Münzplatz. Die Heerstraße von Köln nach Mainz und die Brücken mußten gesichert werden.
Der Moselübergang lag rund rund 100m östlich der heutigen Balduinbrücke.
Im 3. Jahrhundert umgaben die Römer die Stadt mit einer Mauer samt 19 Rundtürmen, die pfeilschußweit voneinander entfernt waren.
Überreste dieser Anlage können heute noch nicht weit von Arenberg; in den Wäldern bei und um Neuhäusel besichtigt werden.

Die Kastelle zwischen Rheinbrohl und Saalburg
RHEINBROHL:
Kleinkastel aus Stein am Limesbeginn, Grundfläche 700 qm durch Kiesabbau vollständig zerstört.
FORSTHOFWEG:
Kleinkastell aus Holz, 700 qm Wall und Graben als flache Spuren erhalten.
NIEDERBIEBER:
Kastell aus Stein, 52.000 qm, erbaut nach 185 n. Chr., als Besatzung bekannt der Numerus Exploratorum Germanicorum Divitiensium und der Numerus Brittonum; Ende um 260 n. Chr.; von Wohnhäusern des Stadtteils Neuwied-Niederbieber überbaut, keine obertägig sichtbaren Spuren.
HEDDESDORF:
Kastell aus Stein, 28.000 qm, Vorgängerkastell von Niederbieber (Ablösezeitpunkt unbekannt). Als Besatzung bekannt seit Ende des 1. Jahrhundert n. Chr. die Cohors XXVI Voluntariorum civium Romanorum und ab Mitte oder zweite Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr. die Cohors Hispanorum equitata; von Wohnhäusern des Stadtteils Neuwied-Heddesdorf überbaut, keine obertägig sichtbaren Spuren.
HEIMBACH:
Kleinkastell aus Holz; keine obertägig sichtbaren Spuren.
ANHAUSEN:
Kleinkastell; ältere Anlage 1700 qm, spätere Anlage 680 qm Grabungsspuren, Restspuren
BENDORF:
Mehrere Kastelle aus Holz aus der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. Als Besatzung bekannt die Cohors 1 Thracum (96 n. Chr.); Ende wahrscheinlich schon im ersten Viertel des zweiten Jahrhunderts; Lage zwischen Ortskern Bendorf und Rhein, keine obertägig sichtbaren Spuren.
FEHRBACH:
Kleinkastell aus Stein, 700 qm, als Besatzung bekannt eine abkommandierte Abteilung der Cohors VII Raetorum equitata (Kastell Niederberg); keine obertägig sichtbaren Spuren.
HILLSCHEID:
Kleinkastell aus Stein, 1.600 qm mit später eingebautem kleineren Steinkastell von 300 qm geringe Grabungsspuren.
ARZBACH:
Kastell aus Stein, 7.000 qm, Funde seit Wechsel 1. auf 2. Jahrhundert n. Chr., Ende um 260 n. Chr.; Überbauung durch Kirche keine obertägig sichtbaren Spuren. (Kastellbad), Wohnhäuser und Altersheim;
NIEDERBERG.
Kastell aus Stein, 28.000 qm, weit vom Limes entfernt auf einem Plateau gegenüber der Moselmündung; Bau Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. Ende um 260 n. Chr.; bekannte Besatzung Cohors VII Raetorum equitata (sie wurde aufgerieben, als sie dem Kastell Niederbieber zu Hilfe kam); überbaut, keine obertägig sichtbaren Spuren
BAD EMS 1:
Kastell aus Stein rechts der Lahn, rund 13.000 qm Bau etwa Anfang 2. Jahrhundert n. Chr. Vom Qrtskern Dorf-Ems mit Martinskirche überbaut, keine obertägig sichtbaren Spuren.
BAD EMS 2:
Kleinkastell aus Stein links der Lahm dicht am Limes ("Auf der Schanz"), 4.500 qm überbaut, keine obertägig sichtbaren Spuren.
BECHELN.:
Kleinkastell aus Stein, 500 qm, Grabungsspuren.
MARIENFELS:
Zwei Kastelle aus Holz; älteres 10.000 qm, jüngere Bau Anfang 2. Jahrhundert n. Chr., überbaut, keine sichtbaren Spuren; Kastellbad-Reste als flacher Schutthügel.
HUNZEL:
Kastell aus Stein als Nachfolgekastell für Marienfels, 7.000 qm landwirtschaftlich genutzte Fläche, keine obertägig sichtbaren Spuren.
POHL
Kleinkastell; keine eindeutigen Grabungsergebnisse, keine obertägig sichtbaren Spuren.
PFARRHOFEN:
Kleinkastell aus Stein, 1.500 qm Umwehrung noch gut erkennbar
HOLZHAUSEN:
Kastell aus Stein, 14.000 qm, Bau letztes Viertel 2. Jahrhundert; als Besatzungen bekannt die dohors II Antoninia Treverorum (Anfang 2. Jahrhundert), später die dohors II Severiana Treverorum (zweites Viertel 2. Jahrhundert). Kleinstes Infanterie-Kohorten-Kastell am obergermanischen Limes und eines der besterhaltenen Kastelle mit konservierten Grundmauern.
DÖRSTERBERG:
Kleinkastell aus Holz und Stein, 500 qm später aus Stein, 300 qm geringe Spuren.
KEMEL:
Kastell aus Stein, 7.000 qm vom Qrtskern überbaut, keine obertägig sichtbaren Spuren.
ADOLFSECK:
Kleinkastell aus Stein, 400 qm, kaum obertägig sichtbare Spuren.
ZUGMANTEL:
Mehrere Kastelle, erst als Numerus-, dann als Kohortenkastell. Erstes Holzkastell Bau kurz nach 90 n. Chr., 7000 qm, zweites Holzkastell als Erweiterung gebaut erste Hälfte 2. Jahrhundert, 11.000 qm dann Steinkastell, Bau Mitte 2. Jahrhundert, 17.000 qm zweites Steinkastell, Bau etwa 223 n. Chr., 21.000 qm. Ende rund 260 n. dhr. Als Besatzungen bekannt der Numerus Treverorum und später die Cohors 1 Treverorum equitata. Kleinstes Kastell einer berittenen Kohorte in Obergermanien. Umwehrung noch gut erkennbar. Bad und Lagerdorf erforscht, keine obertägig sichtbaren Spuren; zwei Rundschanzen; in unmittelbarer Nähe rekonstruierter Limesabschnitt mit Turm, Wall, Graben und Pfahl.
EICHELGARTEN:
Kleinkastell, 2.500 qm sichtbare Spuren von Wall und Graben.
ALTEBURG-HEFTRICH:
Kastell aus Stein, 7.000 qm, Bau Mitte 2. Jahrhundert. Bestand bis Mitte 3. Jahrhundert n. Chr.; als Besatzung bekannt der Numerus Cattharensium. Landwirtschaftlich genutzte Fläche, keine obertägig sichtbaren Spuren.
MAISEL:
Kleinkastell aus Stein, 700 qm, Bau Mitte 2. Jahrhundert; sichtbare Spuren der Umwehrung.
FELDBERG:
Kastell aus Stein, 7.000 qm, Bau Mitte 2. Jahrhundert, Bestand bis Mitte 3. Jahrhundert n. Chr.; als Besatzung bekannt Exploratio Halicanensium. In den Grundmauern ausgezeichnet erhalten. Kastelldorf und Bad erforscht; keine bzw. geringe sichtbare Spuren.
ALTES JAGDHAUS:
Kleinkastell aus Stein, 600 qm Umwehrung gut sichtbar.
SAALBURG:
Zunächst zwei Kleinkastelle aus Holz, 1.000 bzw. 800 qm, mit evtl. ältesten römischen Bauresten noch aus dem Chattenkrieg Kaiser Domitians (83/84 - 86 n. Chr.) Um 90 n. Chr. Holzkastell 7.000 qm. Dann großes Lager, 32.000 qm, aus Holz und Stein, Bau um 135 n. Chr. Besatzung die Cohors II Raetorum civium Romanorum equitata. Schließlich in der 2. Hälfte des 2. Jahrhunderts nach Chr. Ersatzbau mit Mauern und Erdrampe Ende um 260 n. Chr. Einziges rekonstruiertes Limes-Kastell mit sehenswertem Museum.