Geschichte - Rheinland-Pfalz - Arenberg

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Geschichte - Rheinland-Pfalz

Koblenz
Geschichte Rheinland-Pfalz
Im Folgenden wird die Geschichte der beiden Regionen, Rheinland und Pfalz, die erst nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 zum Bundesland Rheinland-Pfalz vereinigt wurden, aus praktischen Gründen getrennt behandelt.

·         Rheinland
 
 
Das heutige Rheinland war im ersten vorchristlichen Jahrhundert von den gallischen Treverern bewohnt. Im rechtsrheinischen Teil des Rheinlandes saßen die germanischen Tenkterer. Die Gebiete links des Rheins bildeten nach der Eroberung durch Cäsar Teile der römischen Provinzen Belgica und Germania superior. Später gehörte das Rheinland zu Lothringen und zu den Herzogtümern Nieder- und Oberlothringen.

 
 
Ein Großteil des heutigen Rheinlandes entspricht dem Gebiet des ehemaligen Kurfürstentums Trier, das vom 13. Jahrhundert bis 1801 mit verhältnismäßig wenigen territorialen Veränderungen bestand. Weitere bedeutsame Territorien waren die Grafschaften Sponheim und Pfalz-Simmern, sowie Teile des Herzogtums Luxemburg.

 
 
Ab 1801 gehörten die linksrheinischen deutschen Gebiete zur Republik bzw. zum Kaiserreich Frankreich.
 
1815 bzw.1824 bildeten die vorgenannten Herrschaften den südlichen Teil der an Preußen gekommenen Rheinprovinz;

Hauptstadt wurde Koblenz. 1866 annektierte Preußen das Herzogtum Nassau und Meisenheim. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Rheinland von den Amerikanern und später bis 1930 von den Franzosen besetzt.

 
 
Bis zu Hitlers Einmarsch 1936 war es eine entmilitarisierte Zone. Im Zweiten Weltkrieg 1945 wurden die Regierungsbezirke Koblenz und Trier von den Franzosen besetzt und gingen 1946 im neugebildeten Bundesland Rheinland-Pfalz auf.

 
 
·         Pfalz
 
 
In der heutigen Pfalz lebten im ersten vorchristlichen Jahrhundert die gallischen Vangionen. Die Gebiete links des Rheins bildeten nach der Eroberung durch Cäsar Teile der römischen Provinz Germania superior. In der Völkerwanderungszeit besetzten nur kurz Alemannen die Pfalz und wurden 496 von den Franken verdrängt, die hier unter den Merowinger Königen das Herzogtum Westfranken errichteten.

 
 
Der Name Pfalz ist abgeleitet vom Palatin, dem römischen Palast-Hügel. Die Merowinger und Karolinger hatten keine festen Residenzen, sondern zogen von einem Palast d. h. von einer Pfalz zur anderen. Der Pfalzgraf unterstand direkt dem König und war insbesondere auch später bei den Ottonen und Saliern für alle Angelegenheiten einer Pfalz, auch die Gerichtsbarkeit, verantwortlich.

Von den vier Pfalzgrafen interessiert hier der von Lothringen, der seinen Sitz in Aachen hatte und der Wichtigste war. Mit der Zeit verlor sich die Bedeutung dieses Amtes und es blieb der Titel eines Pfalzgrafen bei Rhein (Comes palatinus Rheni). Das Einflussgebiet bzw. die Besitzungen wurden immer mehr nach Südosten verlagert, eben in die Gegend der heutigen Pfalz.

 
 
1214 übertrug Kaiser Friedrich II. die Pfalz an Ludwig I. von Bayern. Dessen Sohn Ludwig II. von Bayern erwarb durch die welfische Erbtochter auch den Titel und die Besitzungen der Pfalzgrafen bei Rhein, womit er angesehenster Reichsfürst wurde und ab 1257 als Kurfürst mitwirkte. Nach dem Tode König Ruprechts III.

1410 wurde die Pfalz auf die vier Linien Kurpfalz, Oberpfalz, Pfalz-Zweibrücken-Simmern und Pfalz-Mosbach aufgeteilt. Kurfürst Friedrich I. (1449-76) begründete nach einigen Neuerwerbungen die Vormachtstellung der Pfalz am Oberrhein. 1559 wurde unter Kurfürst Friedrich III. in dem bis dahin rein katholisches Land der Protestantismus (Calvinismus) eingeführt; 1608 wurde die protestantische Union gegründet, als deren deutsche Führungsmacht die Pfalz galt.

 
 
Der Dreißigjährige Krieg (1618-48) begann mit dem böhmisch-pfälzischen Krieg (1618-23). Der sogenannte Prager Fenstersturz ist das Zeichen der Erhebung das Böhmen gegen Kaiser Matthias, nach dessen Tod sie den evangelischen Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz, bekannt geworden als Winterkönig, zum König von Böhmen wählten.

 
 
Nach dem militärischen Eingreifen des Grafen Tilly in Böhmen musste der Winterkönig fliehen, worauf Tilly in die Pfalz einrückte; drei Tage mordeten und plünderten seine Soldaten in Heidelberg. Rasch weitete sich der Konflikt zu einem europäischen Krieg aus, von dem sich die Pfalz, die in ihrem Brennpunkt stand, nie mehr erholte. Ihr Gewicht als maßgebliche politische Kraft im Deutschen Reich schwand. Der unmittelbare Verlust war zunächst die Oberpfalz, die an Bayern kam.

 
 
Nach der Abtretung Burgunds von Spanien an Frankreich wurde dieser direkte Nachbar der Pfalz. Im folgenden Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688-1697) stießen die Franzosen bei ihren brutalen Raub- und Plünderungszügen praktisch auf keine Gegenwehr, da die Truppen des Reiches im Osten im Kampf gegen die Türken gebunden waren.
 
 
Dadurch, dass die Pfalz zu einem erstrangigen Ziel- oder Auf- und Durchmarschgebiet bei kriegerischen Auseinandersetzungen wurde, aber auch infolge religiösen Drucks und Witterungskatastrophen setzte eine Auswanderungswelle ein.

Im Frühjahr 1709 begann die Auswanderung der Pfälzer nach Pennsylvanien, die wegen der Einwanderungsgenehmigung meist über Cewes in England fahren mussten.

 
 
Gerade aus diesem Jahr gibt es erschütternde Berichte über das Elend von 600 Auswanderern, die bei London lagen. Für die Ankünfte in Philadelphia stehen ab 1727 Schiffslisten zur Verfügung. Leider fehlen solche Eintragungen für andere amerikanische Häfen. Zwischen 1722 und 1786 kam es zu großen Einwanderungen von Pfälzern in die habsburgischen Länder insbesondere nach Ungarn (Donauschwaben) und Galizien, nach Russland und Preußen, aber auch nach Cayenne, Französisch- Guayana.

 
Ab 1801 gehörten die linksrheinischen deutschen Gebiete zur Republik bzw. zum Kaiserreich Frankreich. Nach dem Wiener Kongress 1815 kam die Pfalz mit der Hauptstadt Speyer überwiegend zum Königreich Bayern und Rheinhessen mit den Städten Mainz und Worms an das Großherzogtum Hessen. Neben Starkenburg und Oberhessen bildete Rheinhessen eine der drei Provinzen des Großherzogtums Hessen; Mainz wurde Provinzhauptstadt.
 
         
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die   Pfalz wie auch das Rheinland von den Amerikanern und später bis 1930 von den   Franzosen besetzt. 1920 wurde das Saarland abgetrennt und unter die   Verwaltung des Völkerbundes gestellt.

Bis zu Hitlers Einmarsch 1936 war die   Pfalz ein Teil der entmilitarisierten Rheinlandzone. 1940 wurde sie aus der   bayerischen Verwaltung herausgelöst. Im Zweiten Weltkrieg 1945 wurde die   Pfalz von den Franzosen besetzt und ging 1946 im neugebildeten Bundesland   Rheinland-Pfalz auf.

          
·         Allgemein
 
 
o    30.08.1946
Rheinland-Pfalz wurde als ein Teil der französischen Besatzungszone von der Militärregierung gegründet und hatte 39 Kreise und 5 Bezirke - Koblenz, Montabaur, Pfalz, Rheinhessen und Trier bis zu Neuverteilung in den Jahren 1968-72. Die französische Besatzungszone bestand aus: Baden (nur südlicher Teil), Rheinland-Pfalz, Saarland und Württemberg- Hohenzollern. siehe Karte (31 KB)

 
 
o    25.02.1947
Die Alliierten erklärten Preußen für aufgelöst.

 
o    18.05.1947
Erste Landtagswahlen und Abstimmung über die Verfassung.

 
 
o    01.04.1949
Die französische Besatzungszone sowie die britische und die amerikanischen Besatzungszonen vereinigen sich zur "Trizone" ( = Trinationalzone)

 
 
o    23.05.1949
Die Bundesrepublik Deutschland wird gegründet und Rheinland-Pfalz wird Bundesland.

 
 
o    1968-1972
Neuverteilung/-Aufteilung der Kreise und Bezirke. Von ehemals 5 Bezirken blieben nur noch Koblenz, Rheinhessen-Pfalz und Trier. Von vormals 39 Kreisen und kreisfreien Städten bleiben 25.




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