Geschichte des Kurfürstentums Trier 1 - Arenberg

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Geschichte des Kurfürstentums Trier 1

Koblenz
Geschichte des Kurfürstentums Trier 1



  • Einleitung

Das Kurfürstliche Erzbistum Trier ( Churfürsten = Wahlfürsten ) war einer    von drei sehr wichtigen geistlichen Staaten im Westen Deutschlands. Wie    seine Gegenstücke in Köln und Mainz hatte Trier eine von sieben Stimmen    bei der Wahl des Kaisers. Da Mainz die älteren Rechte bei der Wahl des    neuen Königs ( oder Kaisers ) hatte, wurde der Erzbischof von Trier traditionell mit der Krönung des neugewählten Königs betraut. Eine    Machtposition, mit der sich der Erzbischof vom neuen König bestimmte Vorrechte zusichern lassen konnte, da er theoretisch die Krönung ablehnen konnte.

Zum historischen Erzbistum gehörten auch Metz, Toul, Verdun, Nancy und St.    Die ( heute zu Frankreich ) im Westen und Gebiete auf der rechten Rheinseite    bis nach Giessen. Der Staat ( Kurfürstentum ) war im 18. Jahrhundert    kleiner und das Staatsgebiet in mehrere Teile geteilt, die nicht immer    miteinander verbunden waren.

  • Geschichte

Augusta Treverorum ( Trier ) wurde um 16 v. Chr. am Schnittpunkt    wichtiger Fern- und Wasserstrassen im Zuge der Verwaltungsneuordnung    Galliens unter Kaiser Augustus gegründet. Die Stadt, wurde um 180 mit einer    Mauer umgeben und erlebte einen beträchtlichen Aufschwung als Handels-,     Verwaltungs- und Kulturzentrum. Dieser wurde durch einfallende Franken und    Alemannen im Jahre 275 , welche Treverorum zerstörten, nur kurz   unterbrochen. Bereits 287 wurde die nun Treveris genannte Stadt römische    Kaiserresidenz.
Das nördliche Stadttor der Römer ( lat. Porta Nigra, das schwarze    Tor ), welches 36 m lang, 30 m hoch und bis zu 21,5 m tief ist:

Seit 293 war Trier die Hauptstadt des Weströmischen Reiches unter    Kaiser Diokletian ( Diocletianus, röm. Kaiser von 284-305 ).    Diokletian ordnete 303-304 blutige Christenverfolgungen an. Sein Nachfolger, Konstantin, der Große benutzte das Christentum als politisches Mittel gegen seine Widersacher und erließ 313 zum Schutz der Christen das   Mailänder Toleranzedikt. Ab 391 war das Christentum Staatsreligion im römischen Reich.
Mit fast 70.000 Einwohnern umschloss die Stadt Trier ein Gebiet von 285 ha und war damit die zweitgrößte Stadt des römischen Reiches und die viertgrößte    Stadt der westlichen Welt ( größer waren nur Rom, Alexandria und Byzanz (    = Konstantinopel )).

   Als das Bistum in Trier im 4. Jahrhundert gegründet wurde, war die Stadt    noch die Hauptstadt der römischen Präfektur Galliarum. Die Präfektur wurde nach Arles verlegt und nach der Übersiedlung des Kaiserhofes nach Mailand im Jahre 395 verlor Trier seine Vormachtstellung wieder.

Mehrere Germanenüberfälle sorgten für Zerstörungen; um 475 brach die römische   Militärorganisation zusammen und Trier fiel an Franken, welche unter Chlodwig I. nach dem Sieg über die Alemannen 496 zum römisch-katholischen Christentum konvertierten und das Land in der Folgezeit besiedelten.

Fünfzehn Jahre nachdem der Papst in Rom Karl den Großen ( Carolus    Magnus, Charlemagne ) im Jahre 800 zum Kaiser gekrönt hatte, wurde die    Bischofsstadt Trier zum Erzbistum erhoben. Nach dem Tode Karls unterblieb die bei den Franken übliche schädliche Reichsteilung, da seine beiden Söhne    Karl und Pippin bereits vorher gestorben waren und das Gesamtreich kam an den überlebenden Ludwig der Fromme ( 814-840 ).
Nach seinem Tod wurde das Frankenreich im Vertrag von Verdun 843 endgültig    aufgespaltet in drei Teile:

  • Westfranken = Frankreich unter Karl dem Kahlen
  • Ostfranken   = Deutschland unter Ludwig dem Deutschen
  • Lotharingien = Mittelreich mit Burgund und Italien unter Kaiser Lothar

Trier gehörte jetzt zu Lotharingien, welches im Jahr 870 ( Vertrag von    Mersen ) und nochmals 880 ( Vertrag von Ribemont ) zwischen Frankreich und    Deutschland aufgeteilt wurde.
Die Grenze wurde bei der letzten Teilung für die französisch sprechende    Bevölkerung sehr nachteilig gezogen, indem das westliche Lotharingien auch noch an Deutschland fiel. Die Reichsgrenze verlief danach westlich von Städten, wie Cambrai, Verdun, Toul und blieb während des gesamten Mittelalters bestehen.

Diese Schwächungen erlaubten den Normannen im Jahre 882, die Stadt, welche    jetzt den Namen Trier ( oder Trèves ) trug ,vollständig zu zerstören.
Dem Wiederaufbau folgten durch königliche Schenkung Markt und Münze. Trier war im 9. und 10. Jahrhundert ein Zentrum der Buchmalerei.

Im Jahre 936 erwarb der Erzbischof das ungeschriebene Gesetz, den deutschen    König zu krönen.
Drei Erzbischöfe deuten bei der Königswahl auf den Gekorenen.

Trier wurde 1212 Reichsstadt oder Freie Stadt, die nur dem Kaiser  verpflichtet war und nicht dem Erzbischof. Dies ist bezeichnend für den  Aufstieg der Kaufleute zu dieser Zeit, welche stark genug waren, sich so der  Steuerabgaben an den Adel zu entziehen, wie auch der Finanzschwäche der  Monarchie, welche die Städte als Einnahmequelle brauchte.

Im 14. Jahrhundert  verlor die Stadt diesen Status zeitweise, ( vermutlich wegen eines mächtigen Erzbischofs, welche die Reichspolitik der Kaiser unterstützten und zu   Kurfürsten aufgestiegen waren und damit zur weltlichen Macht im Deutschen  Reich ). Erst im 15. Jahrhundert konnte Trier den alten Status wiedererlangen.  Dieses ununterbrochene Bemühen der Bürger um städtische Unabhängigkeit  scheiterte endgültig, als Trier im Jahre 1580 aufgrund des schwindenden  Einflusses der Monarchie offiziell kurfürstliche Landstadt wurde.
In der höchsten Blüte erstreckte sich das Gebiet von Kurtrier auf über 388  qkm mit 300.000 Einwohnern.

Infolge der Reformation war das Erzbistum umgeben von protestantischen  Staaten.
Im dreißigjährigen Krieg ( 1618-1648 ) wurde es von schwedischen Truppen  bedroht ( Schweden griff seit 1630 in den Krieg ein, um den protestantischen Mächten  in Deutschland gegen den Kaiser zu helfen ) und kam unter die Herrschaft  Frankreichs, welches die einzige lokale Macht war, die Schutz bieten konnte.

1648 besiegelte der Westfälische Friede u.a. die Souveränität der  deutschen Einzelstaaten mit voller Landeshoheit nach innen und außen ( fast  2000 (!) souveräne Herrschaften ).
Der Erste Rheinbund  ( 1658-1667 ) wurde geschaffen -ein Bündnis  Frankreichs mit den Kurfürsten von Mainz, Trier und Bayern, dem schwedischen  König, mit dem Haus Welfen, mit Sachsen und Hessen gegen den Kaiser und das  Reich. Ein gemeinsames Heer, zu dem jeder Bundesgenosse Truppen bereitstellen  musste, sollte seine Bedeutung gewährleisten.

1684 - Unter dem Vorwand, im Namen seiner Schwägerin, der Herzogin Liselotte  von Orléans ( Schwester des letzten Kurfürsten von der Pfalz ) rechtlich  unbegründete Erbansprüche auf die Pfälzischen Gebiete Germersheim, Lautern,  Simmern und Sponheim wahrzunehmen, ließ Ludwig XIV. das französische Heer  die Grenzen überschreiten.

Mainz und Trier fielen, die vier rheinischen Kurfürstentümer  und die ganze Kurpfalz wurden innerhalb weniger Wochen erobert.
Dies hatte den Pfälzischen Krieg zur Folge (1688-97), da Kaiser und  Reich nach der Befreiung Wiens von den Türken wieder zunächst die Kraft  hatten, allein den Kampf gegen Frankreich zu führen. 1689 traten an der Seite  von Kaiser und Reich die Niederlande, England, Schweden und 1690 auch Spanien  und Savoyen bei.

Frankreich war nun auf sich allein gestellt und alte Bündnispartner waren nun  erbitterte Gegner. Der französische Kriegsminister Louvois musste die bereits  bis nach Schwaben vorgedrungenen Truppen aus dem Südwesten Deutschlands zurückziehen.  Um das Nachrücken der Gegner zu erschweren, wurden verlassene Gebiete verwüstet.  Beim Friedensschluss 1697 musste Frankreich bis auf das Elsaß alle Gebiete  zurückgeben.

Die Besetzungen im Dreißigjährigen Krieg und die Zerstörungen der  Franzosenkriege ließen die Einwohnerzahl von Trier bis 1697 auf 2677  Einwohner zurückgehen.

1794 nahmen französische Truppen die Stadt ein und beendeten dadurch die Zeit  des kurfürstlichen Trier. Bis 1801 wurden alle linksrheinischen Gebiete von  Frankreich erobert und Trier wurde bis 1814 Teil des Saardepartements.

1803 wurden alle geistlichen Fürstentümer und Stifte säkularisiert (  Reichsdeputationshauptschluss ) und das rechtsrheinische Gebiet wurde Teil  von Nassau-Weilburg. Teile dieses Gebietes kamen 1806 zum Großherzogtum Berg.

 Durch den Wiener Kongress kam Trier und die Stadt Trier zu Preußen. Das  Bistum wurde 1821 erneuert. Der Rest des Erzbistums kam mit Nassau nach dem  Deutsch- Österreichischen Krieg im Jahre 1866 zu Preußen.
 
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